Wir / Die



von Carly Wijs, in der Übersetzung von Gabriel Frericks


Leitung
Regie:
Anita Brokmeier

Dramaturgie:
Elke Maria Schwab-Lohr

Ausstattung:
Marion Käfer


Künstler
Er:
Martin Puhl

Sie:
Vanessa Boritzka

Pause: Yes

Am 1. September 2004 wurden in einer kleinen Stadt im Kaukasus mehr als 1.100 Schulkinder und Erwachsene von einer Gruppe bewaffneter Terroristen als Geiseln genommen. Die Welt war geschockt, dass sich das „Böse“ schlechthin (die Terroristen) ausgerechnet das „Gute“ an sich (eine Gruppe Kinder) als Opfer aussuchte. „Wir / Die“ zeigt zwei Figuren, die auf die damaligen Ereignisse zurückschauen. Sie tun das mit einer beinahe wissenschaftlichen Genauigkeit in dem Versuch, Ereignisse zu begreifen, die in ihrer Komplexität und Grausamkeit außerhalb jeder Vorstellungskraft liegen. „Wir / Die“ handelt vom absolut individuellen Umgang von Kindern mit Extremsituationen und erzählt die Geschichte rein aus der Kinderperspektive. „Wie spricht man über das Unaussprechliche? Wie macht man das Unbegreifliche begreifbar? Wenn man bei Google „Beslan” eingibt und sich die Bilder anschaut, ist man davon wie festgenagelt. Man kommt nicht mehr los von diesem Grauen. Die Tatsache, dass auch Kinder betroffen waren, verstärkt dieses Gefühl noch. Es ist Grauen in höchster Potenz. Warum genau hierüber ein Stück machen? – „Weil es nicht unaussprechlich ist. Nichts ist unaussprechlich. Es kommt darauf an, welche Form man wählt.“ (Carly Wijs)