Kindergeburtstag oder Weihnachten: immer gibt es neue Geschenke. Die alten werden dann uninteressant und bleiben liegen. So erging es auch einer Tänzerin aus Papier und einem Zinnsoldaten mit einem Bein. Niemand wollte mit den beiden Spielzeugen mehr spielen. Aussortiert landen sie auf dem Fensterbrett, von dem sie plötzlich hinunterfallen. Die Tänzerin, leicht wie eine Feder, wirbelt hinauf in den Himmel; der Soldat, schwer wie Blei, stürzt in die Tiefe. Getrennt voneinander und jenseits des geschützten Kinderzimmers erleben beide gefährliche Abenteuer. Sie begegnen unheimlichen Gestalten, die sich ihnen in den Weg stellen, aber die beiden, die niemand haben will, ergeben sich keineswegs ihrem Schicksal sondern kämpfen. Schließlich kommen beide zurück in das Kinderzimmer, in dem sie einst waren.
Roland Schimmelpfennig, einer der meist gespielten deutschsprachigen Gegenwartsautoren, hat aus Hans Christian Andersens poetisch-melancholischem Kunstmärchen „Der standhafte Zinnsoldat“ ein gefühlvolles, spannendes, bezauberndes Bühnenmärchen gemacht. Schimmelpfennigs Version von Andersens Märchen ist auch eine Geschichte über die Kraft des Erzählens. Das Stück beginnt mit einem Zweifel, zeugt von Hoffnung und endet schließlich zuversichtlich im Glück. Die fantastische Reise reflektiert Fragen, die alle Altersgruppen beschäftigen: Wie gehen wir miteinander um? Wie begegnen wir Menschen, die anders sind als wir? Und was bedeutet Besitz?
Eine einfühlsame Erzählung über Freundschaft und zwei grundverschiedene Charaktere, die zueinander halten, die die Hoffnung nicht aufgeben und sich am Ende wiedersehen.
