Ein Krieg ist vorbei. Und wie immer gibt es meist mehr Verlierer. Der im Krieg verwundete Major von Tellheim sieht sich durch einen ungerechten Prozess in seiner Ehre bedroht. „Unehrenhaft“ kann und will er seine große Liebe Minna durch eine Heirat nicht in sein Unglück hineinziehen. Seine Verlobte Minna, durch die Wirren des Krieges von ihrem Bräutigam seit Monaten getrennt, reist ihm hinterher. Das zunächst stürmische Wiedersehen verwandelt sich schnell in Zurückweisung. Tellheim verweigert aus Ehr- und Verantwortungsgefühl die Hochzeit und lehnt jede Hilfe ab. Mit einem Täuschungsmanöver und den Waffen einer Frau gelingt es Minna, ihn schließlich zur Umkehr zu bewegen.
Es ist eine alte Geschichte, ein immerwährendes Drama an sich: Männer und Frauen sprechen dieselbe Sprache, wollen ein- und dasselbe und verstehen einander doch nicht.
In „Minna von Barnhelm“ erzählt Lessing mit viel Witz von den Schattenseiten falsch verstandener Männlichkeit und von starken Frauen, die ihrer Zeit weit voraus sind.
„Minna von Barnhelm“ ist der Innbegriff für moralische Integrität in Zeiten, in denen dies vielleicht besonders schwerfallen mag. Weil diese Komödie die Menschlichkeit feiert, gehört sie seit über 250 Jahren zu den beliebtesten und meistgespielten Werken des klassischen Theaterrepertoires. Das Stück gilt als „Mutter aller deutschen Lustspiele“ und ist dabei in keiner Weise antiquiert. Es ist weit mehr als ein kleines gelbes Reclam-Heftchen mit den Erinnerungen an unsere Schulzeit. Lessings bekanntes Werk ist ein intelligentes Schauspiel, das heute so aktuell ist, wie in seiner Entstehungszeit, weil es Menschen und Charaktere mit großen Gefühlen zeigt.
