Dieses Tanztheater erzählt von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion, politischer Weltanschauung und mit verschiedensten Intentionen, die sich nach wochenlanger Schiffsreise in Buenos Aires begegnen. Die Stadt hat um Einwanderer geworben, sie lebt von ihnen und wird durch sie erst zu dem, was sie später sein soll. Die Immigranten haben ihre Vergangenheit und damit ein für sie schlechtes Leben aufgegeben und wissen nicht, was ihnen die Zukunft bringen wird. Das Stück handelt von der Zwischen-Existenz, in der sich diese Menschengruppe für kurze Zeit befindet, davon, dass ihr Leben ein zweites Mal beginnt: Jeder von ihnen hat die seltene Chance, von nun an jemand anderes sein zu können.
Es ist davon auszugehen, dass das Schiff der „Fliegende Holländer“ das Ergebnis unterschiedlicher Geisterschiff-Erzählungen verrücktgewordener Kapitäne, anderer Seefahrer und noch mehr „Seemannsgarn“ ist. Der Mythos taucht dabei in unterschiedlichen Gestalten auf, jeder der Einwanderer will nur erlöst werden und im besseren Leben ankommen. Der „Fliegende Holländer“ steht dabei für die Summe aller Einwanderer, den Raum des Geschehens, die zurückgelegte Schiffspassage und ist eine Projektionsfläche für Vergangenheit und Zukunft.
